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Koloproktologie: Erkrankungen des Dickdarms, Mastdarms und Afters

Erkrankungen des Dickdarms, Mastdarms und Afters sind für die Betroffenen sowohl seelisch als auch körperlich oft stark belastend. Wir möchten Ihnen mit medizinischer Kompetenz und Einfühlungsvermögen helfen, Ihre Lebensqualität zurückzuerlangen. Dafür stehen uns modernste diagnostische und therapeutische Methoden zur Verfügung.

In der koloproktologischen Sprechstunde kommen als typische Beschwerden Blutungen, Brennen, Nässen, Jucken und Schmerzen zur Abklärung. Eine weitere, häufig als „Tabu-Thema“ empfundene, Beschwerde ist der Verlust des willkürlichen Afterverschlusses und damit der Verlust der Stuhlkontrolle. Bevor wir Ihren Therapieplan erstellen, sprechen wir ausführlich mit Ihnen über Ihre Beschwerden und klären Sie ausführlich über Therapiemöglichkeiten auf.

Diagnostische Verfahren

Folgende diagnostische Verfahren bieten wir zur Abklärung Ihrer Beschwerden an:

• Proktoskopie (Enddarmspiegelung)
• Rektoskopie (Mastdarmspiegelung)
• Analmanometrie (Schließmuskeldruckmessung)
• Endosonografie (Ultraschall des Schließmuskels)
• Defäkografie (Stuhlentleerung unter Röntgenkontrolle)

Erkrankungen und Behandlungsmöglichkeiten

Hämorrhoiden

Hämorrhoiden
Hämorrhoiden sind krankhafte vergrößerte Schwellpolster oberhalb des Analkanals. Typische Beschwerden sind Blutung, Nässen, Jucken und Stuhlschmieren. Als Therapieverfahren stehen konservative und operative Maßnahmen zur Verfügung.
Im fortgeschrittenen Stadium kommt als schmerzarmes Verfahren die Hämorrhoidopexie nach Longo zur Anwendung, eine Operationstechnik ohne offene Wunde am After. Alternativ bieten wir ein minimalinvasives Verfahren (Transanale-Hämorrhoiden-Dearterialisation, THD) an, bei dem mittels einer Ultraschallsonde die Hämorrhoidal-Arterie unterbunden wird. Bei größen Befunden wird herausgetretenes Schleimhautgewebe zusätzlich mit einer Raffnaht fixiert. Die Therapie stimmen wir auf den Schweregrad der Erkrankung ab.

Entfernung von Hämorrhoiden mittels THD

Unsere Klinik für Chirurgie bietet ein minimal-invasives Verfahren zur Behandlung von Hämorrhoiden 3., in geeigneten Fällen auch 4. Grades an. Bei der innovativen Operationsmethode THD (Transanale Hämorrhoiden-Dearterilisation) sucht Ihr behandelnder Arzt mittels einer Ultraschallsonde die Hämorrhoidal-Arterie, unterbindet dort die Blutzufuhr und bringt die Hämorrhoidenpolster so zum Abschwellen. Bei größeren Befunden wird herausgetretenes Schleimhautgewebe zusätzlich mit einer Raffnaht fixiert. Im Gegensatz zu anderen Operationsmethoden entfallen so der Einschnitt und die Entfernung von Analgewebe und damit auch großflächige Wunden. Die Vorteile: weniger Schmerzen, keine Beeinträchtigung der Schließmuskelfunktion und eine niedrige Rückfallquote.

Die THD führen wir in den meisten Fällen unter Vollnarkose durch. Anschließend bleiben Sie nur kurz stationär bei uns, so dass Sie nach wenigen Tagen wieder in Ihren ganz normalen Alltag zurückkehren. Als Folge des Eingriffs treten manchmal Symptome wie leichte Blutungen oder vermehrter Stuhldrang auf, die aber innerhalb von wenigen Tagen abklingen. Nach der OP sind keine weiteren Behandlungen notwendig, Sie sollten lediglich auf eine ballaststoffreiche Ernährung achten, um den Stuhlgang weich zu halten.

Analfissur

Eine Analfissur ist eine längliche Wunde im Bereich der sehr schmerzempfindlichen Analkanalhaut. Oft geht das Krankheitsbild ohne Behandlung in ein chronisches Stadium über und bereitet dem Patienten großen Leidensdruck.

Analfistel

Bei einer Analfistel handelt es sich um eine eitrige Entzündung der Analkanaldrüsen, die eiternde Gänge um den After bilden können.
Diese Gänge können unterschiedlichen Verlauf nehmen und unterschiedlich lang sein. Nur wenn diese Befunde fachgerecht beseitigt werden, kann die Erkrankung langfristig behandelt werden und somit eine Schließmuskelschwäche vermieden werden.
In besonderen Fällen findet auch die Implantation eines Fistel-Plugs als modernes Operationsverfahren Anwendung.

Analvenethrombose

Bei der Perianalvenenthrombose handelt es sich um eine schmerzhafte Schwellung um den After, die durch ein Blutgerinnsel verursacht wird. Die Auslöser hierfür können ganz unterschiedlich sein - eine Drucksteigerung im Bauchraum (durch Verstopfung, Schwangerschaft oder Sport), übermässiger Alkohol- oder Kaffeekonsum oder der Kontakt mit kalten Flächen sind Beispiele für mögliche Ursachen.
In den meisten Fällen können Analthrombosen konservativ, also ohne Operation behandelt werden. Kleinere Knoten lösen sich nach dem Abschwellen meist auf. Bei größeren und besonders schmerzhaften Knoten hilft eine operative Entfernung der Knoten.

 

Sinus pilonidalis ("Steißbeinfistel")

Sinus pilonidalis ist eine akute oder chronische Entzündung des Unterhautfettgewebes an der oberen Analfalte. Da in die Haut eingewachsene Haare die Ursache für die Entzündung sind, wird das Krankheitsbild auch als "Haarfistel" bezeichnet.

Unbehandelt führt die entstandende Fistel zu chronischen Entzündungen und Abzessen; eine erfolgreiche Therapie ist meist nur durch eine operative Entfernung der Fistel möglich. Nach der Entfernung kann die Wunde mit einer rekonstruktiven Methode verschlossen werden; alternativ bleibt sie offen und heilt in wenigen Wochen von selbst (sekundäre Wundheilung). Welche Methode die optimale Therapie ist, hängt unter anderem von der Größe und Lage der Fistel und des betroffenen Gewebes ab.

Akne inversa

Bei der Akne inversa handelt es sich um eine Entzündung in den Haarwurzeln, die hauptsächlich im Bereich der Hautumschlagsfalten (Achseln, Leisten und Bauchfalten) sowie im Bereich des Dammes, des Afters und der Gesäßfalten auftritt. Je nach Stadium können diese Entzündungen zu Bewegungseinschränkungen und Schmerzen führen; zudem leiden Betroffene häufig unter psychischen Problemen im Umgang mit der Erkrankung.

Der Krankheitsverlauf kann in drei Stadien unterteilt werden; im ersten Stadium ist häufig eine medikamentöse Behandlung möglich, im weiteren Verlauf müssen die betroffenen Hautregionen chirurgisch entfernt werden. Nur so lässt sich eine weitere Ausbreitung vermeiden.

Feigwarzen (Condylomata acuminata)

Feigwarzen sind eine Viruserkrankung im Genital-und Analbereich und eine der häufigsten Geschlechskrankheiten. Eine Infektion mit humanen Papillomaviren (HPV) verursacht die Erkrankung wird. Von rund HPV-Viren-Typen können 50 Typen Feigwarzen verursachen. Die häufigsten sind Typ 6 und Typ11. In seltenen Fällen sind auch Typ16 und Typ18 nachweisbar, die das Risiko für bestimmte Krebserkrankungen im Genitalbereich erhöhen können (Penis-und Gebämutterhalskrebs).

Feigwarzen sind gutartige, stecknadelkopfgroße Knötchen, die geringe oder fast gar keine Beschwerden und Schmerzen verursachen. Dennoch müssen sie unbedingt entfernt werden. Dies ist eher selten durch das Auftragen von speziellen Lösungen und Cremes möglich; in den meisten Fällen ist die chirurgische Entfernung die Therapie der Wahl. Neben der herkömmlichen Entfernung sind auch Laser- oder Elektrotherapie möglich.

Koloproktologische Spezialleistungen

Rektumprolaps

Unter einem Rektumprolaps verstehen wir einen Vorfall des Mastdarms durch den After nach außen. Liegt ein innerer oder begrenzter äußerer Mastdarmvorfall vor, kann durch ein spezielles Operationsverfahren (STARR Operation – Stapled Transanal Rektum Resektion) Abhilfe geschaffen werden. Hier wird der Mastdarm über den After mit einem speziellen Klammernahtgerät gerafft und begradigt. Die Operation wird durch den After durchgeführt und ein belastender Bauchschnitt ist nicht erforderlich. Bei ausgeprägten äußeren Vorfällen kann die Operation mittels Schlüssellochtechnik durchgeführt werden. Hierbei wird der vorgefallene Mastdarm aus dem kleinen Becken nach oben gezogen und an das Kreuzbein fixiert.

Rektozele/Ventrale Rectopexie

Hierbei handelt es sich um eine Aussackung der Mastdarmwand nach vorne und/oder nach hinten. Diese Störung ist sehr häufig mit einem Rektumprolaps kombiniert. Die häufigsten Symptome sind Verstopfungen und Entleerungsstörungen, da der im Enddarm befindliche Stuhl beim Stuhlgang in der Aussackung hängen bleibt. Auch hier ist die „STARR“ Operation (s. Rektumprolaps) die Methode der Wahl.

Häufig ist die Entleerungstörung durch anatomische Veränderungen des Beckenbodens und des Enddarmes verursacht. In diesen Fällen reicht meistens eine Operation durch den After (S.T.A.R.R) nicht aus .
Vielmehr muss die gesamte Anatomie und des Enddarmes wieder hergestellt werden. In diesen Fällen wird der Endarm laparoskopisch gesteckt ("Schlüsselloch-Technik") und mit einem Netz von vorne gestärkt. Um eine erneute Senkung zu vermeiden, wird das Netz zusätzlich am Steißbein fixiert.

Stuhlinkontinenz

Die Unfähigkeit Darminhalt zu kontrollieren wird als Inkontinenz bezeichnet. Die Erkrankung ist in unserer Gesellschaft immer noch ein Tabu-Thema, bedeutet für Betroffene eine Einschränkung der Lebensqualität und kann je nach Schweregrad zur sozialen Isolierung führen. Der Leidensdruck des Patienten und der Wunsch nach Behandlung sind sehr wichtige Aspekte im Gesamtverlauf und für den Therapieerfolg.
Wir möchten als Ihr Expertenteam ein individuelles Therapiekonzept mit Ihnen erarbeiten und Sie über den gesamten Verlauf begleiten. Im Rahmen des Beckenbodenzentrums Köln-Lindenthal arbeiten wir dazu mit weiteren Spezialisten zusammen. Die Therapie reicht von einer Ernährungsumstellung über physikalische Maßnahmen bis hin zu speziellen operativen Eingriffen.

SNS (Sakrale Nerven Stimulation) bei Stuhlinkontinenz

Die Sakralnerven kontrollieren die Beckenbodenmuskulatur und die Schließmuskeln des Afters. Bei der Sakralen Nerven Stimulation (SNS) wird ein kleiner Schrittmacher operativ implantiert, der diese Nerven dauerhaft mit schwachen elektrischen Impulsen stimuliert.
Vor der Implantation führen wir eine Teststimulation durch: Dafür wird im unteren Rückenbereich ein dünner Draht unter die Haut eingeführt und an einen kleinen,am Gürtel zu tragenden externen Teststimulator angeschlossen. Dieser Teststimulator gibt über den dünnen Draht schwache elektrische Impulse an die Sakralnerven ab.
Mit einer Teststimulation können wir ermitteln, ob und in welchem Ausmaß die Therapie zur Verbesserung Ihrer Inkontinenz und Darmfunktion führt. Während der Teststimulation führen Sie ein Tagebuch, das Sie von uns erhalten. Diese Dokumentation hilft uns bei der Beurteilung, ob eine dauerhafte Implantation eines Schrittmachers Ihre Symptome lindern oder sogar vollständig unterdrücken kann.

Gate Keeper System bei Stuhlinkontinenz

Eine neue operative Methode zur Therapie von Stuhlinkontinenz
Die Stuhlinkontinenz ist eine häufige funktionelle Störung mit hohem Leidensdruck. In den meisten Fällen ist eine konservative Therapie ausreichend. Problematisch ist bei erfolgloser konservativer Therapie die Behandlung der Sphinkterinsuffizienz ohne fassbare oder operativ zu behandelnde anatomische Ursache, insbesondere,wenn ein sakraler Neuromodulationstest nicht möglich ist oder erfolglos war.

Bei dem Gate-Keeper-System handelt es sich um feste, zylindrische 21x 1,5 mm selbstexpandierende Implantate. Die Implantate sind nicht resorbierbar. Die Implantation erfolgt endosonographisch gesteuert zwischen dem inneren-und äusseren Schliessmuskel am Übergang vom Analkanal zum Enddarm mit einem speziell entwickelten Instrument. Es werden in der Regel sechs Implantate kreisrund um den Schliessmuskel gelegt. Der Eingriff erfolgt in Kurznarkose, hat eine kurze Dauer (in der Regel unter einer Stunde) und wird über winzige Schnitte (Stichincisionen) an sechs Stellen druchgeführt. Im Normalfall können Sie bereits zwei Tage nach der Operation wieder entlassen werden.

Dieses Verfahren - auch Sphinkteraugmentation genannt - ist eine schonende Therapiemöglichkeit und wird vor allem zur Behandlung drittgradiger Stuhlinkontinenzen angewandt.


Terminvereinbarung


Ambulantes Zentrum

Tel. (0221) 4003-8117
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Proktologische Sprechstunde

Dienstag und Donnerstag
8:30 - 12:30 Uhr

Kontakt


Barsam Harandi
Leitender Oberarzt
Tel. (0221) 4003211
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Barsam Harandi

Beratungsstelle

PD Dr. Marcus Overhaus und Barsam Harandi sind Mitglieder in der Deutschen Kontinenzgesellschaft. Die Klinik ist von der Gesellschaft als Beratungsstelle zertifiziert.

Deutsche Kontinenzgesellschaft