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Das schönste Geschenk

Karsten Droß scheute lange eine Operation aus Sorge, keine Kinder mehr zeugen zu können - Weihnachten feiert er nicht nur geheilt, sondern auch mit seinem drei Monate alten Sohn

25.12.2017
Das schönste Geschenk: Karsten Droß und seine Frau Maria können in diesem Jahr Weihnachten mit dem kleinen Lucian feiern (hier am Tag der Geburt). (Foto: privat)
Karsten Droß (r.) bedankt sich bei Prof. Dr. Detlef Rohde aus dem Malteser Krankenhaus St. Hildegardis dafür, dass für ihn nach einer langen Odyssee doch noch alles gut wurde. (Foto: Malteser)
Das schönste Geschenk: Karsten Droß und seine Frau Maria können in diesem Jahr Weihnachten mit dem kleinen Lucian feiern (hier am Tag der Geburt). (Foto: privat)
Das schönste Geschenk: Karsten Droß und seine Frau Maria können in diesem Jahr Weihnachten mit dem kleinen Lucian feiern (hier am Tag der Geburt). (Foto: privat)
Karsten Droß (r.) bedankt sich bei Prof. Dr. Detlef Rohde aus dem Malteser Krankenhaus St. Hildegardis dafür, dass für ihn nach einer langen Odyssee doch noch alles gut wurde. (Foto: Malteser)
Karsten Droß (r.) bedankt sich bei Prof. Dr. Detlef Rohde aus dem Malteser Krankenhaus St. Hildegardis dafür, dass für ihn nach einer langen Odyssee doch noch alles gut wurde. (Foto: Malteser)

Karsten Droß (56) hat eine "Odyssee" durch das deutsche Gesundheitswesen hinter sich, wie er selbst sagt. Mit einer vergrößerten Prostata begann diese vor über zehn Jahren. Heute, nach unzähligen Arztbesuchen und Krankenhausaufenthalten hat seine Geschichte doch noch ein glückliches Ende genommen. Das für ihn selbst Schönste daran: Nicht nur seine Beschwerden konnten vollständig behoben werden, sondern auch sein größter Wunsch, der ihn zugleich viele Jahre lang eine Operation aufschieben ließ hat, ist Erfüllung gegangen: Gemeinsam mit seiner Frau Maria hat Karsten Droß einen Sohn bekommen, der nun sein erstes Weihnachtsfest erleben wird.

Eine Frage der Lebensqualität
"Vor zehn Jahren begann alles damit, dass ich sehr häufig Wasser lassen musste", schildert Droß den Beginn seiner Geschichte. Lange ertrug er dies einfach, ging nicht zum Arzt. "In meiner Familie wurde nie über Krankheit gesprochen und der Weg zum Arzt war für mich immer der vorletzte Schritt", erklärt Droß sein Zögern. Als er schließlich doch eine Urologin aufsuchte, diagnostizierte diese eine vergrößerte Prostata, verschrieb ihm Tabletten und erklärte, diese müsse er nun für den Rest seines Lebens nehmen. Der Haken: Die Tabletten verursachten Müdigkeit, Atembeschwerden und weitere unangenehme Nebenwirkungen. "Das kann nicht die Lösung sein, dachte ich mir" erzählt Karsten Droß, der damals 45 war und sich nicht mit Nebenwirkungen für den Rest seines Lebens abfinden wollte. Was folgte, war eine mehre Jahre lange Tour durch Arztpraxen und Krankenhäuser: Bei einer Blasenspiegelung wurde seiner Schilderung nach der Schwellkörper verletzt, der erst zwei Jahre später wieder verheilte, die Harnröhre infizierte sich und immer wieder rieten Ärzte ihm zu einer Operation. ‚Ich musste mir Sätze anhören wie Sie können sofort hierbleiben, das ist für uns ein Standardeingriff' oder ‚Wenn Sie mein Mann wären, lägen Sie schon lange auf dem OP-Tisch'", berichtet Droß. Sein Problem mit der Operation: "Niemand konnte mir garantieren, dass ich anschließend noch ganz normalen Geschlechtsverkehr haben oder gar Kinder zeugen könnte. Dass das für mich entscheidend war, hat niemand verstanden. Alle Ärzte sprachen immer von Lebensqualität - aber niemand hat mich gefragt, was ich darunter verstehe."

Ein langer Weg
So fing Droß an, sich intensiv mit seiner Erkrankung zu beschäftigen, stellte seine Ernährung um, verzichtete auf Alkohol und bearbeitete die Krankheit, wie er sagt, "mit dem Kopf". Er setzte sich intensiv mit seiner Familiengeschichte auseinander, schrieb ein Buch über diesen inneren Weg und änderte vieles in seinem Leben.
Damit konnte er zumindest das Wachstum der Prostata zum Stagnieren bringen. Die Beschwerden aber blieben. Prof. Dr. Detlef Rohde ist Chefarzt der Urologischen Klinik Lindenthal im Malteser Krankenhaus St. Hildegardis und erklärt: "Eine vergrößerte Prostata führt häufig zu Beschwerden beim Wasserlassen. Nach einer Operation treten oft Ejakulationsprobleme auf. Im weiteren Verlauf es kann schließlich auch zu akuten oder chronischen Harnverhalten kommen. Das bedeutet, dass der Patient trotz voller Blase und dem Gefühl, Wasser lassen zu müssen, dies nicht kann." Dies geschah bei Karsten Droß im Jahr 2012; seither musste er mit einem Dauerkatheter leben und Begleitsymptome wie häufige Infektionen in Kauf nehmen. Im Jahr 2015 gab es dann einen Termin zu der Operation, bei der die Prostata verkleinert werden sollte - auch auf die Gefahr hin, dass die Funktionen nicht erhalten werden könnte, anschließend also Probleme durch eine Zeugungsunfähigkeit entstehen würden. "Im letzten Moment habe ich gedacht ‚Du verlässt hier gerade deine Spur. Du willst das nicht" und das Krankenhaus wieder verlassen.

Eine Entscheidung mit glücklichem Ende
Schließlich wechselte er erneut den Urologen und fühlte sich bei diesem zum ersten Mal Ernst genommen. "Hier wurden endlich meine Bedürfnisse verstanden und anerkannt - darauf ist in all den Jahren niemand eingegangen", so Droß. Sein neuer Urologe empfahl schließlich ebenfalls eine Operation - aber mit der Prämisse, dass diese so durchgeführt würde, dass die Funktion der Prostata und damit auch die Zeugungsfähigkeit erhalten bliebe.
So kam Karsten Droß schließlich in das Malteser Krankenhaus St. Hildegardis und fand dort das gleiche Verständnis für seine Situation wie bei seinem neuen niedergelassenen Urologen. "Grundsätzlich gibt es die Möglichkeit, funktionserhaltend zu operieren - dazu muss Gewebe um den Samenhügel herum  mit einem Abstand von circa ein bis zwei Zentimetern belassen werden, also etwas mehr erhalten bleiben als bei einer herkömmlichen transurethrale Prostata-Resektion", erklärt Chefarzt Prof. Dr. Detlef Rohde. "Dieses Verfahren erfordert Erfahrung bei den Operateuren und kommt eher selten zum Einsatz, weil die meisten Patienten mit Prostataproblemen auf Grund eines hohen Alters und abgeschlossener Familienplanung keinen Wert mehr auf die Zeugungsfähigkeit legen. Bei Herrn Droß haben wir uns auf Grund seines Kinderwunsches natürlich für eine ejakulationsprotektive Operation entschieden" so Rohde weiter. "Selbstverständlich konnte mir niemand versprechen, dass es hundertprozentig funktionieren würde, aber ich hatte das Gefühl, dass das urologische Team im Malteser Krankenhaus St. Hildegardis alles dafür tun würde, dass ich nach der Operation zeugungsfähig bleiben würde", so Droß. Schließlich willigte er also in die Operation ein.

Diese Operation fand im August 2016 statt - im September 2017 wurden der Mut und das Vertrauen von Karsten Droß und das Engagement seiner Ärzte belohnt: Sein Sohn Lucian kam auf die Welt. Der Name seines Sohnes bedeutet "der Leuchtende, der Überbringer des Lichts" - und so hat der Kleine auch neues Licht in das Leben seiner Eltern gebracht. Das Weihnachtsfest werden Maria und Karsten Droß in diesem Jahr erstmalig mit ihrem Sohn verbringen, "ganz traditionell, festlich und familiär" bei der Familie von Karsten Droß' Frau an der Ostsee. Die Familie macht sich allerdings keine großen Geschenke - das größte Geschenk ist sowieso Lucian, für den sein Vater einen langen und beschwerlichen Weg auf sich genommen hat. Dass er nun da ist, versöhnt Karsten Droß mit vielem, was er erlebt hat.